Martin Optiz

Unser Namenspatron Martin Opitz gilt als Begründer der neueren deutschen Dichtung und als einer der einflussreichsten Gelehrten des Barock.

Geboren am 23. Dezember 1597 im schlesischen Bunzlau (heute Bolesławiec in Polen), erhielt Opitz eine humanistische Ausbildung und studierte unter anderem in Frankfurt an der Oder und Heidelberg.

Früh knüpfte er Kontakte zu den führenden Gelehrten Europas und entwickelte die Überzeugung, dass die deutsche Sprache den klassischen Sprachen Latein und Griechisch in Ausdruckskraft und literarischer Qualität ebenbürtig sein könne.


Humanist und europäischer Gelehrter

Sein Werk markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der deutschen Literatur. Die von ihm angestoßene Entwicklung einer normierten Literatursprache sowie sein Verständnis von Dichtung als Ausdruck von Bildung, Humanismus und europäischer Gelehrsamkeit prägen das literarische Erbe bis heute.

Mit seinem literarischen und sprachpolitischen Wirken prägte er die Entwicklung der deutschen Sprache als Literatur- und Wissenschaftssprache nachhaltig und wirkte weit über seine Zeit hinaus. Sein 1624 erschienenes Buch von der Deutschen Poeterey war das erste umfassende Regelwerk für die deutschsprachige Dichtung. Darin formulierte Opitz ästhetische und sprachliche Grundsätze, die die Literatur des 17. Jahrhunderts nachhaltig beeinflussten.

Diplomat und Historiograph

Seine Forderung nach sprachlicher Präzision, formaler Klarheit und einer Orientierung an europäischen Vorbildern machte ihn zum Wegbereiter einer eigenständigen deutschen Literaturtradition. Darüber hinaus war er im diplomatischen Dienst und als Historiograph tätig. Ab 1636 stand er im Dienst des polnischen Königs Władysław IV Wasa und war dessen Sekretär und Hofhistoriograph.

Trotz der politischen und gesellschaftlichen Erschütterungen des Dreißigjährigen Krieges setzte er sich für den kulturellen Austausch innerhalb Europas ein. Opitz, dessen schlesische Herkunft und europäische Orientierung sein Leben und Werk bestimmten, steht damit exemplarisch für den grenzüberschreitenden kulturellen Austausch, der den Auftrag der Bibliothek bis heute prägt.

Martin Opitz starb am 20. August 1639 in Danzig (heute Gdańsk, Polen).

Kulturelles Erbe

Die Stiftung Martin-Opitz-Bibliothek sieht sich den gleichen Grundgedanken verpflichtet: der Bewahrung und Vermittlung des kulturellen Erbes, der Förderung wissenschaftlicher Forschung und nicht zuletzt der Pflege der kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und dem östlichen Europa.