Kultur-historische Vermächtnisse der Bukowina und Galizien:
Nachfahren deutscher und jüdischer Familien in transgenerationaler Perspektive
Hannah Kemper, Johannes-Rau-Doktorandenprogramm, Ruhr-Universität Bochum und Martin-Opitz-Bibliothek Herne
Das Promotionsvorhaben untersucht kulturhistorische Vermächtnisse der Bukowina und Galizien im Kontext von Flucht und Verfolgung sowie Umsiedlungen und Migrationen.
Im Zentrum steht die Frage, welche Elemente der früheren Heimatregionen Bukowina und Galizien sowie der damit verbundenen Erfahrungen über Generationen hinweg fortwirken und wie sie in Erinnerung, Erzählungen und Praktiken tradiert oder neu ausgehandelt werden.
Dabei werden die Bukowina und Galizien als kulturhistorische Erinnerungs- und Bezugsfelder verstanden, die sowohl mythisch aufgeladen als auch durch konkrete Traditionen, Narrative und kulturelle Praktiken geprägt sind. Den primären Untersuchungsgegenstand der Arbeit bilden Oral History Interviews mit deutschen und jüdischen Nachfahren, ergänzt durch autobiographische Texte, Reiseberichte und digitale Beiträge.
Ziel ist es, die Dynamiken von Kontinuitäten und Brüchen in vier Sphären der Vermächtnisse – kulturelle Praktiken und Traditionen, soziale Zugehörigkeiten und Organisationen, räumliche Bezüge und Herkunftsnarrative sowie politisch-historisches Bewusstsein – herauszuarbeiten und in einer vergleichenden Synthese für deutsche wie jüdische Nachfahren zu reflektieren.
Damit leistet die Untersuchung einen Beitrag zur Erforschung transgenerationaler Erinnerung, der Nachwirkungen von Flucht, Verfolgungen und Migration sowie der Nacherinnerung an die Bukowina und Galizien als historisch-kulturellen Erinnerungsräumen der ehemaligen Habsburger Monarchie.

