Sondersammlungen
Die Martin-Opitz-Bibliothek beherbergt zahlreiche Sondersammlungen, die u.a. durch Schenkungen an die Bibliothek übergeben wurden.
Folgende Sondersammlungen sind bei uns vorhanden:
(Vormals Arbeitsgemeinschaft Menschenrechtsverletzungen in Ostdeutschland AGMO e.V.)
Die AGMO e.V. - Gesellschaft zur Unterstützung der Deutschen in Schlesien, Ostbrandenburg, Pommern, Ost- und Westpreußen war von 1980 bis 2017 tätig und hat sich für die in der Republik Polen verbliebenen Deutschen eingesetzt und hierbei insbesondere für das Bewahren bzw. das Wiederbeleben der deutschen Muttersprache und Identität im Einklang mit dem nationalen polnischen sowie internationalen Minderheitenschutz. 2016 beendete der Verein nach 26 Jahren seine Tätigkeit, die Vereinsunterlagen wurden im April 2016 an die Martin-Opitz-Bibliothek als Schenkung übergeben und enthält folgende Materialien:
- Unterlagen über Familienzusammenführungen (der DFK-Aktivisten der ersten Stunde)
- Dokumentation der Einzelschicksale (Aktivisten)
- Korrespondenz mit MdBs
- Korrespondenz mit Ministerien
- AGMO-Sach- und Situationsberichte
- DFK-Veranstaltungen
- DFK-Weihnachtsaktionen (insbesondere Berichte und Fotodokumentationen)
- DFK-Kulturbulletins in deutscher Sprache (teilweise auch polnische Übersetzung)
- Dokumentation der Warschauer Reisen von Außenminister Genscher und Bundeskanzler Kohl
- Übergabe einer AGMO-Petition an das KSZE-Expertentreffen in Ottawa (1985-1986)
- Anträge bei verschiedenen polnischen Gerichten zwecks Verbandsgründungen (ab 1984)
- Gründungsdokument des DFK (1985)
- Vorträge (Manuskripte, Drucksachen)
- Korrespondenzen der AGMO-Mitglieder mit DFK-Aktivisten, die im Untergrund agiert haben
- Ortsgruppenordner (alphabetisch sortiert)
- Projektordner (von der AGMO e.V. finanzierte Projekte)
Das Archiv wurde 1963 gegründet und basiert auf den Sammlungen von Adolf Eichler, Otto Heike, Adolf Kargel und Julian Will. Das Archiv umfasst auch die Unterlagen der Heimatkreisgemeinschaft der Deutschen aus dem Lodzer Industriegebiet. Bis Ende 2009 befand sich das Archiv in Mönchengladbach, 2010 wurden die Bestände (Bibliothek und Archivgut) an die Martin-Opitz-Bibliothek übergeben.
Die Archivsammlung besteht in erster Linie aus Zeitungsausschnitten und vereinzelt aus personenbezogenen Unterlagen. Von besonderer Bedeutung ist die Fotografien- und Negativsammlung des Fotografen Waldemar Rode, der bis 1945 in Lodz gelebt hat.
Einzigartig ist die historische Ansichtskartensammlung zu Lodz und Umgebung. Die umfangreiche Sammlung von Ansichtskarten zur Stadt Lodz und Umgebung in deutscher, polnischer und russischer Sprache wurde vom Archiv der Deutschen aus Mittelpolen und Wolhynien in Mönchengladbach zusammengetragen und stammt überwiegend aus dem 20. Jahrhundert, mit Schwerpunkt auf der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Die Sammlung ist nach sachlichen Gesichtspunkten gegliedert und vermittelt einen Einblick in das Leben der Bewohner der Stadt Lodz. Auf den Postkarten sind u.a. Straßenzüge, Plätze, Wohn- und Verwaltungsgebäude abgebildet, zudem finden sich Abbildungen des Gettos Litzmannstadt und der Zerstörungen während der Weltkriege.
Umfang
- rund 80 Archivkartons
- 25 Bildmappen
- Ansichtspostkartensammlung zu Lodz und Umgebung (ca. 2.500 Einzelstücke)
- ca. 1.200 Ansichtspostkarten zu Städten und Dörfern in Polen, die das polnisch-russisch-deutsche Zusammenleben seit der Zeit um 1900 dokumentieren.
Findbuch
- Effenberger, Edmund: Archiv der Deutschen aus Mittelpolen und Wolhynien
- Mönchengladbach : Bestandskatalog der Archiv- und musealen Sammlung. -. Bd. 1. Inventar Nr.: 1 - 11 000, Sammelzeitraum: 1950 - 2000
- Mönchengladbach : HKG Lodz u. Umgebung, 2000
- Literatur zur Geschichte des Archivs: "40 Jahre Archiv der Deutschen aus Mittelpolen und Wolhynien 1963-2003". [Edmund Effenberger]
- Mönchengladbach : Heimatkreisgemeinschaft d. Dt. aus d. Lodzer Industriegebiet, 2003. - 9 S. : Ill.
Die Martin-Opitz-Bibliothek hat die ermländischen Kirchenbuchfilme für die Ermland-Bibliothek vom Niedersächsischen Landesarchiv -Staatsarchiv Bückeburg in den Bestand übernommen. Die über 200 Filme können auf Anfrage bestellt werden.
Das Galiziendeutsche Heimatarchiv (Archiv der Galiziendeutschen) basiert auf drei Privatsammlungen, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg zusammengetragen wurden. Es handelte sich um die Privatsammlung von Heinz Heckel, einem ehemaligen Redakteur des Ostdeutschen Volksblattes, die Sammlung von Sepp Müller über den in der Zwischenkriegszeit bestehenden Lemberger Geselligkeitsverein "Frohsinn" sowie um die für einige Zeit verschollen geglaubte heimatkundliche Sammlung von Walter Bolek, deren Schwerpunkt auf der Ansiedlungsgeschichte der Deutschen in Kleinpolen liegt.
Die Stadt Herne übernahm 1951 die Patenschaft über die Heimatgruppe Jauer. Die Heimatstube Jauer wurde 1955 gegründet und war seit 1989 in der Musikschule Herne in der Gräffstraße 43 untergebracht. Die Trägerschaft lag bis Ende 2017 bei der Heimatgruppe Jauer in Herne und der Stadt Herne. 2017 wurde die Sammlung aufgelöst. Die musealen Objekte übernahm das Muzeum Regionalne in Jawor, das Schriftgut wurde der Martin-Opitz-Bibliothek übergeben.
Zur Sammlung der Martin-Opitz-Bibliothek gehören Buch- und Archivbestände (u.a. die Heimatortkartei für Jauer Stadt und Land).
Die Heimatsammlung Meseritz umfasst hauptsächlich Bücher und anderes Schriftgut zur Stadt und zum Kreis Meseritz. Im Archiv befinden sich u.a. Manuskripte und Zeitungsausschnitte./p>
Der historische Verein für Ermland e.V. wurde 1856 in Frauenburg am Frischen Haff gegründet und nach dem vorläufigen Erlöschen 1945 im Jahre 1955 in Münster i.W., der Patenstadt von Braunsberg/Ostpreußen, wiederbegründet. Die Bibliothek des HVE befand sich bis Ende 2008 im Ermlandhaus in Münster, wurde nach Herne in die Martin-Opitz-Bibliothek überführt. Auf Wunsch des Vereins sind die Bestände grundsätzlich nicht ausleihbar. Ausnahmen regelt der Vorstand des HVE.
Der 2025 aufgelöste Historische Verein Wolhynien e.V. befasst sich von seiner Gründung im Jahr 1975 mit der Förderung, Sammlung, Dokumentation und Bewahrung des wolhynischen Kulturerbes, erforschte die dortige deutsche Besiedlung und das Zusammenleben zwischen Wolhyniendeutschen und ihren Nachbarn anderer Nationalitäten. Das Archiv des Vereins wurde 2015 an die Martin-Opitz-Bibliothek übergeben.
Das umfangreiche Archiv des Diplom-Biologen, Heimatforschers und Chronisten Horst Gleiß (1930-2020) beinhaltet private und wissenschaftliche Korrespondenzen, Recherchematerial zu der 1986-1997 erschienen zehnbändigen Dokumentenchronik "Breslauer Apokalypse 1945" sowie andere schriftliche Quellen zur regionalen Geschichte. Im Archiv sind u.a. biographische Dokumente, persönliche Aufzeichnungen, Briefe und Fotos von Zeitzeugen sowie Zeitungsausschnitte und weitere Belege der internationalen Presse enthalten. Um das Heimatarchiv in seiner ursprünglichen Form erhalten zu können, ist die vom Nachlassgeber geschaffene Sortierung und Klassifikation des Archivmaterials im Zuge der Übernahme von der Martin-Opitz-Bibliothek im Zuge der Katalogisierung beibehalten worden.
Die Sammlung Belgard-Schivelbein ist ausschließlich in den Räumen der Martin-Opitz-Bibliothek in Herne einzusehen.
Das Archiv gibt mit seinen Quellen Aufschluss über die regionale Geschichte, ermöglicht aber auch tiefe Einblicke in die Kirchengeschichte sowie die Verwaltung der Sammlungsregion. 126 Landgemeinden und größere Städte sind in der Zusammenstellung der Archivmaterialien berücksichtigt worden.
Die darüber hinaus gesammelte Literatur, unter anderem auch Zeitschriften und Belletristik, ergänzt die Informationen über die Regionen Belgard / Białogard, Schivelbein / Świdwin und Polzin / Połczyn-Zdrój mit allgemeinen Informationen zu Pommern.
In dem Archivbestand befinden sich außerdem die Korrespondenz der Kreisgemeinschaft, die Dokumentationen der seit 1954 zweijährlich stattfindenden Heimattreffen sowie eine umfangreiche Fotografiensammlung und die Sammlung Bad Polziner Schulfreunde, die seit 1999 Bestand des Heimatkreisarchivs ist.


