Dr. Wolfgang Kessler: Zwischen Provinz Posen und Ostbrandenburg. Der Süden der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen (1922-1938)

12 OKT 2017, 19:00 - 20:30

Dr. Wolfgang Kessler: Zwischen Provinz Posen und Ostbrandenburg. Der Süden der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen (1922-1938)

Nach dem 1. Weltkrieg verblieb laut dem Versailler Vertrag der westliche, deutschsprachige Teil der preußischen Provinzen Posen nach den Grenzkämpfen 1920 im Deutschen Kaiserreich. Die Kreise der Provinz wurden 1922 in der neu geschaffenen Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen mit Regierungssitz in Schneidemühle zusammengefasst.

Oberpräsident von Bülow war bemüht, die Wirtschafts- und Verkehrsprobleme der Provinz zu lösen. Die Landwirtschaft verlor die durch die Grenzziehung Absatzmärkte und Verkehrsanbindungen. Er versuchte zugleich, durch Kultur- und Wissenschaftsförderung eine ,,grenzmärkische Identität‘‘ auszubilden, die polnische Minderheit jedoch – wie generell im Osten Preußens – ausgrenzend.

Die Entwicklung der „Grenzmark‘‘ unter dem Nationalsozialismus - den Kirchenkampf ausgenommen - bleibt bisher unerforscht. In denn Jahren 1934-1938 wurde in der Region parallel zur polnischen Grenze mit dem „Ostwall" eine unterirdische Festungsanlage erbaut. 1938 wurde die Provinz aufgelöst.

Der Vortrag geht von der Geschichte dieser weitgehend vergessenen preußischen Provinz aus und konkretisiert die wesentlichen Probleme am Beispiel der 1938-1945 ostbrandenburgischen Kreise, die heute Teil der Wojewodschaft Lebus (Lubuskie) in Polen sind.

Referent: Dr. Wolfgang Kessler, Studium der Osteuropäischen Geschichte und der Slavistik, Magisterprüfung 1973 an der Ruhr-Universität Bochum, Promotion 1978 an der Universität Düsseldorf, 1976-1979 Bibliothekar der Bücherei des deutschen Ostens (Herne), 1973/74 und 1979/89 wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Hochschulassistent an den Universitäten Köln, Düsseldorf und Marburg, 1989-2011 Direktor der Stiftung Martin-Opitz-Bibliothek (Herne), wohnt in Viersen.

Bildnachweis

Die Martin-Opitz-Bibliothek wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.

Die Stadt Herne trägt ca. ein Drittel des Finanzbedarfs; der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) unterstützt die MOB mit einem jährlichen Zuschuss.